Meine Sudanreise war eines der schönsten Abenteuer meines Lebens. Aber sie hält auch eine Geschichte bereit, die ich gerne erzählen möchte – damit andere denselben Fehler nicht machen.
Der Flieger setzt kurz nach Sonnenaufgang auf dem internationalen Flughafen von Khartoum auf. Bereits beim Aussteigen empfängt einen die trockene Hitze wie eine offene Backofentür. Im November, zur besten Reisezeit, zeigt das Thermometer 32 Grad. Die Stadt, die sich vor einem ausbreitet, ist weder Kairo noch Lagos – sie ist etwas ganz Eigenes: eine Metropole am Nilzusammenfluss, geprägt von arabischer Kultur, afrikanischer Wärme und einer Geschichte, die an jeder Ecke durchscheint.
Mein Guide Mohammed – ein stiller, ungeheuer belesener Mann mit einer Leidenschaft für meroitische Archäologie – wartete bereits auf mich. Die ersten Tage verbrachten wir in der Stadt selbst: das Nationalmuseum mit seinen geretteten nubischen Fresken, die koptische Kirche mit ihren weißen Türmen mitten im muslimischen Quartier, der riesige Markt von Omdurman, auf dem man sich in eine andere Epoche versetzt fühlt.
Diese Kirche hat mich besonders berührt. Sie steht da wie aus einer anderen Zeit – strahlend weiß mit goldenen Kreuzen auf den Türmen, von einer Backsteinmauer umgeben, auf einer staubigen Straße inmitten der Millionenstadt. Drinnen ist es kühl und still. Man hört die Stimmen der Stadt nur gedämpft. Ein Ort der Sammlung, der erzählt, wie viele Schichten Khartoum in sich trägt.
Drei Tage nach meiner Ankunft fuhren wir nordwärts, raus aus der Stadt, rein in die Wüste. Die Straße nach Meroe ist gut ausgebaut, doch sie führt durch eine Landschaft, die so leer ist, dass sie einen regelrecht erschlägt. Ockerfarbener Sand bis zum Horizont, gelegentlich ein Kamel am Rand, ab und zu eine einsame Akazie.
Und dann – unvermittelt – die Pyramiden. Man sieht sie zuerst als kleine Dreiecke am Horizont, hält sie fast für Berge. Je näher man kommt, desto klarer werden ihre Konturen. Über 100 Pyramiden stehen auf dem Hügelrücken von Meroe, schlanker als die ägyptischen, mit steileren Wänden und jener typischen kleinen Kapelle am Fuß der Ostseite.
Was man nicht vergisst: die Stille. Und das Gefühl, dass diese Steine schon da waren, bevor das Römische Reich entstand. Dass sie hier stehen werden, wenn wir alle längst vergessen sind.
Es war der dritte Tag in Meroe. Wir saßen nach dem Besuch der Tempel von Naqa im Schatten eines Lehmgebäudes und tranken Tee. Mein Telefon summte. Ein Anruf von einer deutschen Nummer – jemandem, den ich als Finanzberater kannte. Er hatte mich schon mehrfach zu Investitionen beraten, und ich vertraute ihm grundsätzlich.
Er klang aufgeregt. Es gäbe gerade eine besondere Möglichkeit – eine neue Trading-Plattform mit außergewöhnlichen Renditen. Er habe selbst schon investiert und empfehle mir dringend, jetzt einzusteigen, bevor das Zeitfenster schließe. Man könne das vollständig online machen. Er schickte mir einen Link.
Ich überwies noch am selben Abend einen erheblichen Betrag. Die Plattform sah professionell aus: übersichtliches Dashboard, vermeintliche Gewinne in Echtzeit, professioneller Kundendienst. Doch als ich wenige Tage später – noch im Urlaub – versuchte, einen Teil des Geldes abzuheben, begann das Spiel. Technische Probleme. Dann Steuervorausgebühren, die ich überweisen solle. Dann Schweigen.
Ich verbrachte meinen letzten Urlaubstag in Khartoum nicht mit dem Sonnenuntergang über dem Nil, sondern am Telefon und vor dem Laptop, versucht herauszufinden, was mit meinem Geld passiert war. Es war weg. Die Plattform war eine klassische Investment-Betrugsmasche.
Zurück in Deutschland saß ich zunächst ratlos vor einem leeren Bankkonto und einem Berg an Fragen: Wer ist juristisch haftbar? Kann man das Geld noch zurückbekommen? Wo erstattet man Anzeige? Wie geht man rechtlich gegen eine ausländische Plattform vor?
Ein Bekannter empfahl mir eine Kanzlei, die auf genau solche Fälle spezialisiert ist – betrügerische Finanzprodukte, illegale Trading-Plattformen und Anlagebetrugsfälle. Ich wandte mich an
Die Kanzlei Resch Rechtsanwälte – spezialisiert auf die Rückforderung von Geldern bei betrügerischen Trading-Plattformen und illegalem Anlagegeschäft hat mich von Anfang an kompetent und menschlich begleitet. Was mich beeindruckte: Man hörte zu, man nahm den Fall ernst, man erklärte mir genau, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen und was realistisch zu erwarten ist.
Ob und in welchem Umfang Geld zurückgeholt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab – das wurde mir offen kommuniziert. Aber allein das Gefühl, dass sich jemand professionell und engagiert um die Sache kümmert, war nach der lähmenden Hilflosigkeit der ersten Tage eine echte Erleichterung.
Falls Sie oder jemand in Ihrem Umfeld Ähnliches erlebt hat: Schweigen Sie nicht darüber. Und lassen Sie sich rechtlich beraten. Anlagebetrug ist kein Kavaliersdelikt, und es gibt Wege, rechtlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen.
Sudan war trotz allem – oder vielleicht gerade deswegen – eine der bedeutendsten Reisen meines Lebens. Die Pyramiden von Meroe, die Stille der Wüste, der Tee mit dem alten Beduinen, der Sonnenaufgang über dem Nil – das sind Bilder, die nicht verblassen. Das Geld ist eine andere Geschichte, die ihren eigenen Lauf nimmt.
Was ich mitgenommen habe: eine tiefe Demut vor der Geschichte der Menschheit, die sich in Sudans Sand eingraviert hat. Und die Erkenntnis, dass Urlaubsentscheidungen – auch finanzielle – in Ruhe und zu Hause getroffen werden sollten, nicht unter dem Druck einer aufgeregten Stimme am Telefon, während man noch den Wüstenstaub von den Schuhen klopft.
Sudan verdient es, besucht zu werden. Gehen Sie hin, wenn es die Situation erlaubt. Und lassen Sie die Trading-Plattformen zu Hause.